Kind hält einen Becher mit Schnecken, während eine Hummel auf einer weißen Blüte untersucht wird.

Die Feuersteinchen und die verborgene Welt der wilden Wiese

Hinter der Klosterruine in Eldena gibt es eine Wiese, die sieht von Weitem ganz normal aus. Ein bisschen Gras. Ein paar Bäume. Eintönig grün.

Aber das stimmt nicht.

Denn mitten in dieser Wiese lebt eine ganze Gesellschaft aus Käfern, Schnecken, Wildbienen und anderen kleinen Wesen, die meistens niemand bemerkt.

Außer vielleicht die Feuersteinchen vom Naturkindergarten Greifswald.

Die kamen nämlich an diesem Morgen zusammen mit unserem Bienenexperten Christoph Kornmilch zur Wildsafari. Und schon nach den ersten Schritten wurde es merkwürdig still. Nicht die Wiese. Die Kinder.

Denn überall war etwas.

Ein Käfer saß auf einem Finger und glänzte grün wie ein winziger Edelstein. Eine Schnecke schlich gemütlich über das feuchte Gras. Zwischen weißen Blüten brummte eine Hummel, so tief im Inneren der Pflanze, dass nur ihr pelziger Po zu sehen war.

„Da!“

„Wartet mal!“

„Nicht wegfliegen!“

„Guck mal hier!“

 

Die Feuersteinchen liefen nicht über die Wiese wie Erwachsene. Erwachsene gehen meistens irgendwohin. Die Feuersteinchen dagegen blieben ständig stehen. Weil dauernd etwas entdeckt werden musste.

Manche knieten mitten im Gras. Andere hielten vorsichtig ihre Hände hin, damit ein Marienkäfer darüberlaufen konnte. 

Und dann stand plötzlich ein Storch auf der Wiese.

Einfach so.

Groß. Weiß. Ruhig.

Alle schauten hin.

Der Storch schaute zurück.

Dann ging er langsam weiter, als hätte er selbst zu tun.

Später kamen die Feuersteinchen zu einem großen Sandhügel. Frischer Sand, aufgeschüttet zwischen Gras und Bäumen. Noch sah er leer aus. Aber Christoph erklärte, dass hier bald Wildbienen wohnen könnten. Nicht irgendwo weit weg, sondern genau hier.

Die Kinder betrachteten den Hügel eine ganze Weile.

Vielleicht, weil man manchmal schon sehen kann, dass ein Ort wichtig wird, bevor überhaupt jemand dort eingezogen ist.

Als die Wildsafari vorbei war, sah die Wiese noch genauso aus wie vorher.

Aber vielleicht auch nicht.

Fotos © Dr. Jana Brendecke

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