Ein Hügel für Wildbienen
Mitten auf der Projektfläche von BioDI-OH ist in den vergangenen Tagen ein neuer Lebensraum entstanden: ein großer Sandhügel für bodennistende Wildbienen.
Was zunächst wie ein einfacher Sandhaufen aussieht, ist in Wirklichkeit ein sorgfältig angelegter Nistplatz. Viele heimische Wildbienenarten brauchen offene, trockene und möglichst vegetationsarme Bodenstellen, um ihre Brutröhren anzulegen. Genau solche Orte werden in der Landschaft immer seltener.
Für den Hügel wurde nährstoffarmer, ungewaschener Sand aufgebracht und mit dem Teleskoplader modelliert. Die steilen Seitenflächen und offenen Bereiche sorgen dafür, dass sich der Boden schnell erwärmt, was eine wichtige Bedingung für viele Wildbienenarten ist. Gleichzeitig entstehen unterschiedlich trockene und sonnige Zonen, die von verschiedenen Arten genutzt werden können.
Besonders spannend ist dabei, dass rund drei Viertel aller heimischen Wildbienen im Boden nisten. Anders als Honigbienen leben sie meist allein. Jede Wildbiene gräbt ihre eigene kleine Brutröhre, versorgt sie mit Pollen und legt dort ihre Eier ab. Oft bleiben solche Tiere unbemerkt, obwohl sie für Bestäubung und Biodiversität eine enorme Rolle spielen.
Der neue Bienenhügel soll deshalb nicht nur Lebensraum schaffen, sondern auch sichtbar machen, wie eng Landschaft, Artenvielfalt und Landwirtschaft miteinander verbunden sind. Gerade einfache Strukturen wie offene Sandflächen, Totholz oder blütenreiche Randbereiche können für viele Insekten entscheidend sein.
In den kommenden Monaten wird beobachtet, welche Arten den Hügel besiedeln und wie sich die Fläche entwickelt. Erfahrungsgemäß dauert es oft nicht lange, bis die ersten Wildbienen die offenen Stellen entdecken.










